Hannover, Garbsen, Seelze, 7. Dezember 2017

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Hoffnung fürs Jugendzentrum Linden

Stadtkirchentag fällt Richtungsentscheidung und bewilligt Geld für 2018

Das Aus für das Jugendzentrum Linden ist vorerst vom Tisch. Der Stadtkirchentag bewilligte die erforderliche finanzielle Ausstattung, um die Einrichtung zunächst bis Ende 2018 zu erhalten. Zugleich will das synodale Parlament des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes mit diesem Beschluss ein deutliches Signal setzen, dass ihm diese Arbeit mit jungen Menschen mit geistigen Einschränkungen sehr wichtig ist. Rund 50 junge Menschen zählen derzeit zum Kreis der regelmäßigen Besucher. Indes: Ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung von außen kann der Stadtkirchenverband das Projekt nicht halten.

Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann machte in der Debatte noch einmal deutlich, dass die Entscheidung für die Schließung des Jugendzentrums vor allem ein politisches Votum gewesen sei: „Wir müssen deutlich markieren, dass wir als Kirche allein diese beispielhafte Arbeit für junge Menschen mit Handicaps nicht leisten können.“ Das Signal sei verstanden worden, so Heinemann, denn die Stadt Hannover sei inzwischen mit einem erheblichen Beitrag in die Finanzierung eingestiegen. Dennoch ist der Anteil, den der Stadtkirchenverband zu tragen hätte, auf Dauer zu groß.

Auch 2018 geht es nur mit einem Griff in die Rücklagen. Denn für den laufenden Betrieb des Jugendzentrums sind mehr als 185 000 Euro erforderlich. Knapp ein Drittel davon schießt die Stadt dazu. Bleiben für den Stadtkirchenverband rund 126 000 Euro. Der, so erläuterte Superintendent Thomas Höflich, könne nur aufgebracht werden, wenn knapp 83 000 Euro aus Rücklagen entnommen werden dürfen. Mittel für eine derzeit nicht besetzte Stelle in der Jugendkirche decken den Rest ab.

Diesem Finanzierungsvorschlag für das Jahr 2018 folgte der Stadtkirchentag mit großer Mehrheit und erteilte damit dem Nachtrag zum laufenden Etat sein Placet. Die Finanzierung ab 2019 muss der nächste Haushaltsplan regeln, der im Laufe des kommenden Jahres erarbeitet und beschlossen werden muss. „Es ist ein guter Kirchenort“, konstatierte die auch für den Jugendbereich zuständige Superintendentin Bärbel Wallrath-Peter. Sie fasste damit die einhellige Meinung aller Beiträge zur Diskussion zusammen: Das Jugendzentrum Linden ist ein ebenso wichtiges wie beispielhaftes Angebot für junge Menschen mit Handicaps.

Allerdings kann es nur noch bis zum Jahresende 2017 im ehemaligen Haus der Evangelischen Jugend am Steinbruch in Linden sein Domizil haben. Für 2018 ist ein Umzug in die Titus-Gemeinde in Vahrenheide ins Auge gefasst. Mit Blick auf die Zukunft müsse zudem das bisher integrative Konzept zu einem inklusiven Ansatz der Arbeit weiterentwickelt werden, so Wallrath-Peter. Sie betonte, dass der Erhalt des Angebotes nachdrückliches Engagement verdiene. Auf Dauer lasse sich diese Arbeit allerdings nicht aus Rücklagen bezahlen.