Hannover, 2. Dezember 2015

Nachricht

Flüchtlingsnetzwerk wird Stadtkirchentag vorgestellt

Wintersitzung des Parlamentes mit Neuwahlen

Das neue Evangelische Flüchtlingsnetzwerk Hannover, Garbsen und Seelze ist einer der Themenschwerpunkte, wenn am Mittwoch, 2. Dezember, der Stadtkirchentag zu seiner Wintersitzung im Haus der Evangelischen Jugend, Am Steinbruch 12 in Linden, zusammenkommt. Ziel ist es, Willkommenskultur zu stärken, konkrete Hilfe zu koordinieren sowie Ehren- und Hauptamtliche in ihrer Arbeit für Flüchtlinge zu unterstützen.


Erneut stehen weitere Weichenstellungen für die Stellen-, Finanz- und Gebäuderahmenplanung ab 2017 an, um endgültige Entscheidungen vorzubereiten, die im Frühjahr 2016 getroffen werden müssen. Darüber hinaus wird sich der neue Leiter der Stadtkirchenkanzlei, Andreas Bergen, dem Parlament vorstellen. Turnusmäßig ist das Präsidium des höchsten Entscheidungsgremiums des Stadtkirchenverbandes Hannover zu wählen.


Die Sitzung des Parlamentes des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes Hannover beginnt um 17 Uhr mit einer rund 20-minütigen Andacht.

Konzept für die Flüchtlingshilfe - Grundlagen formuliert von Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann

1.    Die Aufnahme von Flüchtlingen und Fremden ist ein wiederkehrendes Gebot in den Büchern der Heiligen Schrift. Ihnen zu begegnen, als wären sie Einheimische, ist Bestandteil dieses Gebotes und dessen eindeutiges Ziel.

2.    Evangelische Kirche beteiligt sich deshalb an der öffentlichen Flüchtlingshilfe in unserer Gesellschaft, wie sie sich insbesondere in diesen Monaten und wohl auch für die nächsten Jahre darstellt. Sie tut das auf dem Boden ihres Glaubens und in vernünftiger Beteiligung am gesamtgesellschaftlichen Geschehen.

3.    Der Stadtkirchenverband Hannover ist dankbar für die eindeutigen Stellungnahmen und Handlungsbeschlüsse seiner Landessynode und wird sich nach Kräften an deren Umsetzung beteiligen. Er organisiert seine Aktivitäten im „Evangelischen Flüchtlingsnetzwerk Hannover, Garbsen und Seelze“. Die Gesamtverantwortung liegt im Auftrag des Stadtkirchentages beim Stadtkirchenvorstand, die Geschäftsführung bei seinem Diakonischen Werk, vertreten durch den Diakoniepastor.

4.    Damit unterstützt der Stadtkirchenverband die zahlreichen Aktivitäten in seinen Gemeinden und Einrichtungen, koordiniert und organisiert Unterstützungsmaßnahmen und gewährleistet die Ansprechbarkeit für Ehren- und Hauptamtliche, für Kirchenglieder, Öffentlichkeit und Partnerorganisationen. Er versteht sich dabei zugleich als Teil des breiten bürgergesellschaftlichen Engagements zur Flüchtlingshilfe.

5.    Evangelische Kirche beteiligt sich an der öffentlichen Debatte zum Thema, verdeutlicht die Positionen der biblischen Tradition und die Grundlagen der christlichen Ethik. Sie ermutigt ihre Mitglieder als Bürgerinnen und Bürger einer freiheitlich verfassten Demokratie zum gesellschaftlichen und politischen Engagement und mahnt zu einer fairen und angemessenen Sachdebatte. Rassistische Argumentationen muss sie im Bekenntnis zu Christus ablehnen. Hasspredigten wird sie auf allen Seiten ohne Wenn und Aber bestreiten.

6.    Die verfasste Evangelisch-lutherische Kirche ist Teil der einen, apostolischen und weltweiten Kirche Jesu Christi. Auf dieser Grundlage versteht sich der Stadtkirchenverband auch in allen Fragen der Flüchtlingshilfe als Mitwirkender im ökumenischen Kontext und als verlässlicher Partner sowohl innerhalb der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) als auch im Rat der Religionen in Hannover.

7.    Wir begreifen die große Zahl der Flüchtlinge in unserem Land als unabweisbare Aufgabe für unsere kirchliche Arbeit und als Herausforderung der ganzen Gesellschaft. Unser Engagement ist ursprüngliches und bleibendes Element des Glaubens. Ihn vernünftig zu gestalten ist evangelisches Erbe.